Wir über uns
 
Das Retriever-Fieber packte mich und meinen Ehemann Heinz im Jahre 1990. Um das zu erklären, sollte ich ein bisschen weiter ausholen:
Meine erste Erfahrung, an die ich mich in Sachen Hund erinnern kann, ist nicht ganz so erfreulich!
Mein Vater hatte einen wunderschönen schwarzen Schäferhundmischling (pensionierter Polizei-Schutzhund). Dieser stolze, vor Kraft strotzende Kerl war mein Freund! Nicht, dass ich niemanden zum Spielen hatte, ganz im Gegenteil, ich hatte noch 8 andere Geschwister.
Als ich gerade vom Spielen mit ihm fertig war, ging mein Vater hinaus in den Garten, um ihn (natürlich) draußen zu füttern, wo sein Platz (Hütte) war. Unsere Gartentür stand offen und der Hund hätte im Traum nicht daran
 
gedacht, ohne Aufforderung das Haus zu betreten. Diese räumliche Trennung war vor 30 Jahren ganz normal, im Gegensatz zu heute!
Plötzlich kam meine Schwester Barbara unter fürchterlichem Geschrei und Weinen herein!
Ich sah auch gleich warum! Mein geliebter Freund hatte sie ohne laute Vorwarnung ins Gesicht gebissen, ihre ganze rechte Gesichtshälfte war verletzt!
Mein erster Gedanke: Warum schaut die dumme Kuh auch dem Hund beim Fressen zu! „Selber Schuld!“
Die Aufregung war natürlich groß und meine Eltern brachten meine Schwester direkt zum Arzt. Ich selbst aber ging raus, um meinen Hund zu trösten und erzählte ihm, wie doof meine Schwester ist! ....(((( Keine Sorge, mit meiner Schwester Barbara verstehe ich mich heute blendend!))).
Ich wusste nicht, dass es unser letztes gemeinsames Treffen sein sollte.
Als mein Vater vom Arzt wieder kam, nahm er „meinen“ großen Freund und tat das für meinen Vater einzig Richtige in dieser Situation.
Heute ist es mir klarer, ich hatte unter anderem deshalb einen guten Freund verloren, weil beide Spezies, Hund wie Mensch, nicht gelernt hatten, sich gegenseitig „zu lesen“ bzw. zu verstehen!
Es würde jetzt zu weit gehen, um diese ganze Problematik zu analysieren. Wieso, weshalb, warum, aber... Tatsache ist, dass der Hund für sein Fehlverhalten gegenüber dem Menschen mit dem Tode bestraft wurde und meine geliebte Schwester Barbara ihre Angst vor großen schwarzen Hunden nie ganz verloren hat.
 
 
Nach dieser traurigen Geschichte war ich mir ganz sicher wenn ich erwachsen bin, wollte ich auf jeden Fall meinen eigenen HUND. Nach dem Studium und der Ausbildung war es 1991 endlich soweit. In diesem Jahr kam mit Ginger unsere erste Hündin ins Haus, ein Golden Retriever.
Dadurch, dass mein Vater zu Hause Hunde hatte und ich später mit Airedale Terriern (diese Hunde wurden auch für die Jagd auf Niederwild eingesetzt) auf den Hundeplatz ging, „wusste ich“, wie die Grundausbildung auszusehen hatte.
Gut vorbereitet begannen wir deshalb, mit ihr bereits im Welpenalter zu arbeiten. Mein großes Ziel in der Ausbildung war damals, die Begleithundeprüfung abzulegen! Zum Glück kam ich durch Gingers gute Grundausbildung und ihre große Arbeitsfreude zu Heinz Gail (zu dieser Zeit die Nummer 1 in Deutschland, was die Retrieverarbeit anging!!!).
Er öffnete mir eine ganz andere Tür, was Hundearbeit betraf und brachte mich mit den richtigen
Leuten und Lern- Methoden zusammen. Mich packte die Retrieverarbeit!
Und so kommt es auch, dass die Anzahl von Gingers Prüfungsteilnahmen sehr hoch ist. Die Arbeit machte ihr ebenso viel Spaß wie uns. Anfang 2005 verließ sie uns leider im Alter von 14 Jahren. Sie hinterlässt eine große Lücke, wir hatten eine sehr schöne gemeinsame Zeit und denken sehr gerne daran zurück.
So einen Hund gibt es nur einmal im Leben. Danke!
Im Jahr 1998 kam Frau Chili ins Haus, eine rabenschwarze Labradorhündin, deren Name Programm ist. Mit ihrer Power bettelt sie geradezu um Beschäftigung, die wir ihr beim Training, auf der Jagd, bei Workingtests und Prüfungen, aber auch bei ausgedehnten Spaziergängen verschaffen. Mit ihr haben wir 1999 die Zuchtzulassung beantragt. Chili hat seitdem 4-mal für Nachwuchs im Zwinger "von Kühlem Grund" gesorgt und 29 Hundebabies ohne Probleme auf die Welt gebracht. (Davon sind 80% untersucht, siehe DRC-Nachkommen.) Viele von ihnen treffe ich zu meiner Freude auf den diversen Events des DRC und anderswo immer wieder.
Besonders stolz sind wir auf unseren ersten FT-Champion de travail à l´Anglaise aus dem C-Wurf, Besitzerin Simone Andres.
 
Unsere Kinder Philipp und Chiara wachsen in Hundebegleitung auf und pflegen einen liebevollen Umgang mit ihren vierbeinigen Freunden.

Die "Retriever-Mania" hat dazu geführt, dass wir 1992 den RTT mit gründeten. Irgendwann bin ich dann über die Ausbildereigenschaft im Jahr 1998 zur Leistungsrichterin im Deutschen Retriever-Club ernannt worden. In dieser Funktion bin ich an vielen Wochenenden im Jahr unterwegs.
Ich bekenne mich gerne zu dieser meiner Sucht!
Meinen besonderer Dank gilt allen, die mich auf meinem Retriever-Weg unterstützt und begleitet haben:
 
Danke!!!
Gaby Kühlem