Retrieverarbeit macht Spaß!

Ginger


* 1990 – † 23.03.2005

Ginger

Formwert:  Richterin: Frau Ermshausen Datum: 11.09.1993
GESAMTEINDRUCK. Ruhige; etwas unsichere Hündin, Kopf könnte etwas mehr Stop haben, gut in der Bewegung. Hund soll nur registriert werden.

Registrierbescheinigung:  Zuchtbuch-Nummer VDH/GRC 94-R-047

Prüfungen:  BLP, BHP

Feststellung der Wesensveranlagung:  Richter: P. Flügge – Datum: 12.03.1994 – Bestanden: ja
Die Hündin zeigt ausgeprägte jagdliche Eigenschaften. Gegenüber Artgenossen sicher. Fremden begegnete sie etwas verhalten. Gute Führigkeit. Guter Heimkehrtrieb, Optisch und akustisch unerschrocken. Schussfest.

Sie war eine liebenswerte, geduldige Hündin. Ihre Schnelligkeit war beeindruckend, ebenso ihre Intelligenz. Türen öffnen, sogar von Autos, war kein Problem.
Sie hatte einen unermüdlichen Finderwillen und eine sehr gute Nase, auf die sie sich immer verlassen konnte. Auch im hohen Alter, als die Augen schlechter wurden und sie fast taub war.

Ginger1Tag

Da sie aus einer „Welpenfabrik“ kam, war sie sehr ängstlich, auch Menschen gegenüber, aber zum Glück niemals aggressiv, da sie allen Dingen aus dem Weg ging.
Als wir sie bekamen, hatten wir dummerweise keine richtige Ahnung über Retriever. So fragten wir zwar nach Papieren, mussten aber bald feststellen, dass DRC nicht gleich DRC ist (siehe: Augen auf beim Welpenkauf).
Beim Abholen machten wir uns auch keine Sorgen, dass sie nur 3,5 kg wog. Sie war halt eine kleine Hündin und als ich sie sah, setzte mein Verstand aus und mein Herz übernahm das Kommando. Keine gute Entscheidung. Ginger war lange krank, da sie weder geimpft noch entwurmt war. An Stubenreinheit war gar nicht zu denken. Es lief an allen Öffnungen raus.
Zum Glück hatten wir einen kompetenten Tierarzt, der uns viel Geduld entgegenbrachte. Er gab uns auch einige Adressen von netten Hundetrainern bzw. Vereinen.

So gelang es uns, Ginger, obwohl sie sehr scheu war, durch die Tennisball- bzw. Dummy-Arbeit zu motivieren und ihr die Umwelt angenehmer zu machen. Durch diese Arbeit lernte sie ihre Angst im Zaum zu halten. Sie war einfach viel zu viel damit beschäftigt, alles richtig zu machen, als die „Bedrohung“ um sich herum wahrzunehmen. Es war harte Arbeit und verlangte viel Zeit, aber am Ende hat es sich gelohnt.
Wenn wir zusammen auf eine Prüfung gingen, war das Schlimmste für Ginger die Voruntersuchung beim Tierarzt und die Kontrolle der Tätowiernummer im Ohr. Nach dem Motto: „Fremde Menschen! Was, die wollen mich auch noch anfassen – Hilfe!!!“
Ich hatte noch mit ganz anderen Problemen auf einer Prüfung zu kämpfen: Ein Helfer im Wald bedeutete meist das Aus für mich! Ginger ging dann nicht in den Wald oder fixierte nur den Werfer. Aber mit viel Geduld, Geduld und noch mehr Geduld schafften wir es schließlich, ein erfolgreiches Team zu werden J. Sie wurde ein klasse Dummy-Arbeitshund, auf den ich mich 100-prozentig verlassen konnte. Jagdliche Prüfungen hat sie auch bestanden, aber auf der Jagd selber fühlte sie sich sehr unwohl. Sie arbeitete nur mir zuliebe, aber ich ließ es dann sein. Denn die Arbeit soll beiden Spaß machen!
Als unser Sohn geboren wurde, entwickelt sie eine wundervolle Beziehung zu ihm. Sie sprang über ihren eigenen Schatten und tat so, als sei sie niemals ängstlich gewesen. Es begann für uns eine wunderschöne, stressfreie Zeit. Sie spielte für ihr Leben gerne Ball, sogar nach ihrem ersten Schlaganfall.

Ich kann es kaum in Worte fassen, aber so einen Hund, da bin ich mir ziemlich sicher, werde ich nie wieder bekommen. Ich bin dankbar für die schöne Zeit mit ihr. Jetzt ist sie im Regenbogen Land, dort wartet sie auf uns.

Update:

20.03.2020

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